Einführung der Pflegediagnostik in der forensischen Klinik

Mit dem Projekt werden ehrgeizige Ziele verfolgt. Das international anerkannten Pflegediagnosensystem beschreibt die pflegerische Einschätzung von „gesundheitsbezogenen Verhaltens- und Reaktionsweisen“ der Patienten. Für jeden Patient der Forensichen Klinik soll bis zum 1. Dezember 2012 eine Pflegeplanung mit POP-Diagnose geschrieben sein. Die Projektgruppe möchte für die neue Form der Pflegeplanung aber auch ein breite Zustimmung unten den Pflegenden der Forensischen Klinik erreichen. Außerdem werden pflegewissenschaftliche Erkenntnisse im Projekt berücksichtigt.

Die Pflegenden in der Forensik sollen die neue POP-Pflegeplanung als hilfreich erleben. In der Projektplanung und –umsetzung wurde daher eine breite Beteiligung aller Stationen angestrebt. Im ersten Schritt wurde eine Multiplikatorengruppe gegründet, zu der jedes Stationsteam mindestens zwei Pflegepersonen entsandte. Die Multiplikatoren beteiligten sich bereits an der Ausgangsanalyse zur Situation der Pflegeplanung auf den Forensischen Stationen.

Außerdem wurde in der Gruppe auch schon der Entwurf für ein pflegerischespezifisches Assessmentinstrument entwickelt. Dabei werden die vielen vorhanden Informationen in der Forensik gebündelt und um pflegerische Aspekte ergänzt. Die Multiplikatoren spielen aber auch eine wichtige Rolle in der Projektumsetzung.

Derzeit entwickeln sie ihre Kompetenzen in pflegerischer Diagnostik und Planung. In der Umsetzungsphase werden die Multiplikatoren mit individuellen Fallberatungen eine Schlüsselrolle in der Umsetzung der POP-Pflegeplanung übernehmen. Eine offene Projektleitung und viel Kommunikation gewährleisten eine kontinuierliche Anpassung an die Bedürfnisse der forensichen Klinik. Über die Multiplikatoren haben die Stationsteam jederzeit die Möglichkeit auf das Projekt Einfluss zu nehmen. Alle Vorschläge, Ideen und Bedürfnisse werden in der Multiplikatroengruppe aufgenommen und nach konstruktiven Lösungen gesucht.

Bei der Projektgestaltung werden aber auch pflegewissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen. So wird die Qualität der Pflegeplanungen beispielsweise mit dem Messinstrument Q-DIO (Quality of Nursing Diagnosis, Interventions and Outcomes; Qualität von Pflegediagnosen, Interventionen und Ergebnissen) kontinuierlich überprüft. Zum Abschluss des Projekts wird das ehrgeizige Ziel von mindestens 75% der möglichen Gesamtpunktzahl des Q-DIO für alle Pflegeplanungen der Forensik angestrebt.

Die allgäu akademie berät die Forensische Klinik bei der Projektentwicklung und -umsetzung. Sie übernimmt die Schulung der Multiplikatoren und sichert die Qualität der Umsetzung. Der Projektplan soll bis September 2011 soweit entwickelt sein, dass die Kick-Off-Veranstaltungen für die Mit-arbeiter/innen Forensische Klinik durchgeführt werden können. Dann beginnt die „heiße Phase“ der Projektumsetzung.

Michael Mayer