Palliative Care - Was verändert sich?

Modellregion: Innviertel (Oberösterreich) und Ober- und Niederbayern sowie Schwaben

Am 6. Oktober 2011 fand in der allgäu akademie in Kaufbeuren die Schwerpunkttagung Palliative Care: Was verändert sich? Chancen und Herausforderungen für Beschäftigte und Einrichtungen in der Pflege mit Palliative Care statt.

Palliative Care wird immer wichtiger

Palliative Care – die medizinische und pflegerische Betreuung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen, deren Angehörigen bzw. den in diesem Berufsfeld beschäftigten Frauen und Männern - bringt große Herausforderungen aber auch Chancen mit sich und muss noch viel mehr als jetzt in den gesellschaftlichen Blickwinkel rücken.

Mehr als 60 interessierte Führungskräfte und Beschäftigte aus Einrichtungen der stationären und ambulanten/mobilen Pflege und Betreuung sowie aus der Krankenhauspflege erweiterten in anschaulichen Vorträgen ihren Blickwinkel zur Kompetenzentwicklung in der palliativen Pflege und nutzten die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch.

Regierungsdirektor Hans Berger (Regierung Schwaben) betonte aufgrund des demografischen Wandels die wachsende Bedeutung der Pflege und Gesundheit für ganz Europa und unterstützte die Bestrebungen der operativen Projektpartnerschaft, die Kompetenzen der Beschäftigten in der Pflege und Betreuung zu stärken.

Bedürfnisse von Menschen stehen im Vordergrund

Anne Gruber von der Christophorus Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege & Hospizarbeit im Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin (IZP) zeigte in ihrem Einführungsreferat die Besonderheiten der Palliative Care auf und stellte dabei besonders die Bedürfnisse von unheilbar kranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen in den Vordergrund.

Lebensqualität im Prozess des Sterbens

Unter dem Motto „Gute Praxis vor den Vorhang!“ zeigten Gabi Schüder und Erich Püttner vom Seniorenstift Kaufering in ihrem Vortrag wie Palliative Care im Alten- und Pflegeheim erfolgreich implementiert werden kann. Mit Beispielen aus der Praxis wurde veranschaulicht, wie durch Palliative Care die Lebensqualität von alten und kranken Menschen auch „in der Zeit des Gehens“ hoch gehalten werden kann. Dabei darf nicht übersehen werden, „dass es die Aufgabe und Verantwortung der Führung ist, dass Palliative Care im Haus verwirklicht werden kann“ betonte Erich Püttner.

Eine Kompetenz des Herzens

In einem sehr beeindruckenden Impulsreferat sprach Marie-Luise Nieberle vom Ambulanten Palliativ Pflege- und Beratungsdienst der Katholisch-Evangelischen Sozialstation Kaufbeuren an, worauf es aus Ihrer Sicht in der Palliative Care wirklich ankommt: „Für mich gibt es eine Kompetenz, die im pflegerischen Bereich viel zu wenig Anerkennung findet, nämlich die emotionale Kompetenz, eine Kompetenz des Herzens, der Güte, des toleranten Zugetan seins, Empathie wäre mir schon zu wenig.“ Frau Nieberle weist auch darauf hin, dass die Bedeutung der Beziehungspflege gerade in der Palliative Care und das Sicherheitsbedürfnis von Patienten/-innen und Angehörigen im Mittelpunkt stehen muss.

Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist wichtig

Dr. Eckhard Eichner, Geschäftsführer der Augsburger Palliativversorgung gemeinnützige GmbH betonte die Bedeutung der multiprofessionellen Teams und zeigt anhand seiner Praxiserfahrungen auf, wie eine ambulante Palliativversorgung gelingen kann. Dr. Eichner setzt sich weiters für einen Ausbau der Palliative Care Weiterbildungen auch für Ärzte/-innen und die Beseitigung von Konkurrenzdenken zwischen den einzelnen Berufsgruppen zum Wohle der Patienten/-innen ein.

Einen ausführlichen Tagungsrückblick und weitere Informationen zum Interreg-Projekt PFLEGE: Ein Arbeitsmarkt der ZUKUNFT finden Sie auf www.zukunft-pflegen.info.